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Forsteinrichtung und nachhaltige Waldwirtschaft anschaulich erklärt

Bei bestem Frühlingswetter und in durchweg guter Stimmung fand am 9. Mai 2026 ein informativer Waldspaziergang im Gemeindewald Weitersburg statt. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit, sich aus erster Hand über die Aufgaben der Forstwirtschaft, die Bedeutung des Waldes für Klima und Umwelt sowie aktuelle Herausforderungen zu informieren.

Breite Beteiligung und fachkundige Begleitung

Unter den Teilnehmenden befanden sich neben vielen interessierten Einwohnern und Familien aus Weitersburg auch zahlreiche Vertreter aus Politik und Verwaltung. Anwesend waren unter anderem:

  • Revierförster Kern
  • Forstamtsleiter Schmitz
  • Forstdirektor a.D. Dietz
  • Herr Linke (Förster for Future)
  • Ortsbürgermeister Wenz
  • die ehemaligen Ortsbürgermeister Rockenbach und Währ
  • Beigeordnete sowie Vertreter der Fraktionen der FWG, Bündnis 90/Die Grünen und der FWG VG der Verbandsgemeinde Vallendar

Diese vielfältige Teilnahme spiegelte das große Interesse am Thema Wald und dessen Zukunft wider.


Start an der Schutzhütte „Schau ins Land“

Treffpunkt der rundum gelungenen Veranstaltung war die Schutzhütte „Schau ins Land“. Bereits zu Beginn wurde ein aktuelles Problem sichtbar: Die Teilnehmer begutachteten ein mutwillig beschädigtes Wald-Gefahrenhinweisschild – ein Beispiel dafür, dass der Schutz des Waldes nicht nur durch Naturkräfte, sondern auch durch menschliches Verhalten beeinflusst wird.


Anschauliche Wanderung mit vielen Informationen

Die Wanderung führte über eine rund 800 Meter lange Strecke entlang des Bereichs „Am Mautzenhügelchen“ in den Wald hinein. Mit einem Höhenunterschied von lediglich etwa 25 Metern war die Route problemlos für alle Altersgruppen – von Kindern bis zu älteren Teilnehmern – geeignet.

Bereits entlang des Weges erhielten die Teilnehmer spannende Einblicke in:

  • Klimaveränderungen und deren Auswirkungen auf den Wald
  • Moderne Waldbewirtschaftung
  • Flora und Fauna des heimischen Waldes
  • Neuanpflanzungen und zukunftsfähige Baumarten

Drei Stationen – alle Funktionen des Waldes erklärt

An insgesamt drei Stationen erläuterten die Fachleute die verschiedenen Funktionen des Waldes anhand konkreter Beispiele:

  • Klimaschutzwald – Bedeutung für CO₂-Bindung und Klimastabilität
  • Bodenschutzwald – Schutz vor Erosion und Sicherung der Bodenqualität
  • Erholungswald – Wert für Freizeit, Gesundheit und Lebensqualität

Die praxisnahen Erklärungen machten deutlich, wie vielseitig und unverzichtbar der Gemeindewald ist.


Der Gemeindewald Weitersburg im Überblick

Der Gemeindewald umfasst eine Gesamtfläche von 146,5 Hektar. Die Pflege und nachhaltige Bewirtschaftung dieser Fläche stellt eine anspruchsvolle Aufgabe dar, die vom Revierförster mit großem Engagement erfüllt wird.

Zu den zentralen Maßnahmen zählen unter anderem:

Nachhaltige Waldentwicklung

  • Auswahl und Förderung von Zukunftsbäumen (Z-Bäume)
    Besonders vitale und qualitativ hochwertige Bäume werden gezielt ausgewählt, gepflegt und von Konkurrenz befreit.

  • Förderung seltener Baumarten
    Beispielsweise wird die Elsbeere gezielt unterstützt, um die Artenvielfalt zu erhöhen.

  • Vorausverjüngung mit Nadelbaumarten
    Nachwuchs wird frühzeitig etabliert, um den Wald langfristig stabil zu halten.

  • Schutz junger Pflanzen vor Wildverbiss
    Junge Bäume werden gezielt geschützt, um ihre Entwicklung zu sichern.


Pflege und Strukturentwicklung

Ein wichtiger Bestandteil ist die sogenannte Qualifizierungs- und Dimensionierungsphase:

  • In der Qualifizierungsphase wird die Qualität der jungen Bäume gefördert (z. B. durch astfreie Stammabschnitte).
  • In der anschließenden Dimensionierungsphase werden ausgewählte Zukunftsbäume durch gezielte Entnahme konkurrierender Bäume freigestellt.
    Ziel ist es, eine kräftige Kronenentwicklung zu ermöglichen, die wiederum das Dickenwachstum (Brusthöhendurchmesser) und damit hochwertiges Wertholz fördert.

Zusätzlich werden regelmäßig Durchforstungsmaßnahmen durchgeführt.


Weitere Aufgaben des Forstbetriebs

  • Erhalt der Schutzfunktionen des Waldes
  • Sicherstellung der Erholungsnutzung
  • Anpassung an klimatische Veränderungen
  • langfristige Stabilisierung des Waldökosystems

Die Teilnehmer konnten dabei eindrucksvoll erleben, wie vielfältig und komplex die Arbeit im Wald tatsächlich ist.


Fragen ausdrücklich willkommen – lebendiger Austausch

Während der gesamten Wanderung standen die Fachleute für Fragen zur Verfügung – und diese Möglichkeit wurde intensiv genutzt. Auch kritische Fragen wurden offen und verständlich beantwortet.

Ein besonders anschauliches Beispiel war der Unterschied zwischen:

  • Obstbäumen im Garten (z. B. Kirsche oder Walnuss)
  • denselben Baumarten im Wirtschaftswald

Hier wurde erklärt, dass Nutzung, Pflege und Zielsetzung im Wald deutlich anders sind als im privaten Garten.


Tipps für naturnahe Gartengestaltung

Wolliger Schneeball - von M. Bloem, CC BY-SA 4.0

Ein interessanter Punkt dabei war die Auswahl geeigneter Pflanzen für den eigenen Garten. Dabei wurde vorgeschlagen, auf heimische Arten  zurückzugreifen, anstatt auf exotische Pflanzen aus dem Gartencenter zu setzen.

Ein Beispiel hierfür ist der Wollige Schneeball:

  • sehr robust und pflegeleicht
  • gut geeignet als Blütenhecke und Sichtschutz
  • hohe Trockenheitsverträglichkeit
  • attraktive Herbstfärbung
  • wertvolle Nahrungsquelle für Vögel und Insekten

Damit wurde auch die Verbindung zwischen Wald und privatem Garten anschaulich hergestellt.


Geselliger Ausklang an der Schutzhütte

Zum Abschluss kehrte die Gruppe wieder zur Schutzhütte „Schau ins Land“ zurück. Bei kühlen Getränken – insbesondere einem wohlverdienten Bier – klang die Veranstaltung in entspannter Atmosphäre aus.

Dabei entstanden zahlreiche Gespräche, fachliche Diskussionen und persönliche Begegnungen, die den Tag abrundeten.


Fazit: Eine rundum gelungene Veranstaltung

Der Waldspaziergang am 9. Mai 2026 war ein voller Erfolg. Er verband fachlich fundierte Informationen mit praktischen Einblicken und einem lebendigen Austausch zwischen Experten, Politik und Bevölkerung.

Die Veranstaltung zeigte eindrucksvoll:

  • wie wichtig nachhaltige Waldbewirtschaftung ist
  • welche Herausforderungen durch den Klimawandel entstehen
  • und welchen großen Wert der Gemeindewald für die Region besitzt

Viele Teilnehmer äußerten den Wunsch nach einer Wiederholung – und die Hoffnung ist groß, dass auch im kommenden Jahr wieder ein solcher informativer und gemeinschaftlicher Waldspaziergang stattfinden wird.